In mehreren Ratssitzungen wurde zunächst eine "große" Lösung favorisiert. In einer umfangreichen Baumaßnahme sollte der Zulauf im Bereich von etwa 200 Meter oberhalb des Weihers renaturiert werden. Im Bereich des Weihers sollte der Bachlauf umgelegt und am Weiher vorbeigeführt werden.

Auch ein Wasserspielplatz und die Neugestaltung der Anlage rund um den Weiher waren Inhalte dieses Planes. Die Gesamtkosten wurden zum Schluss auf knapp 200.000 Euro kalkuliert. 90 % davon wären vom Land Rheinland-Pfalz über die "Aktion Blau Plus" gefördert worden. Die Zuschussbewilligung lag der Gemeinde bereits vor.

Doch dem Rat kamen mit der Zeit Zweifel über die Funktionalität der vorgelegten Pläne. Insbesondere die Tatsache, dass der Zulauf vor allem in den Sommermonaten sehr wenig bis gar kein Wasser führt, veranlasste den Rat dazu, die ausreichende Wasserversorgung des Weihers und des Wasserspielplatzes in Frage zu stellen. Auch kam die Befürchtung auf, dass die angesetzten Kosten letztendlich deutlich überschritten würden und dadurch der Gemeindeanteil auf eine unvorhersehbare Höhe ansteigen würde. Aus diesen Gründen entschloss sich der Rat Mitte 2019 nur für eine "kleine" Lösung, die jetzt abgeschlossen werden konnte:

Der Weiher wurde umfangreich ausgebaggert, das Schilf teilweise entfernt und die Uferböschung mit Wasserbausteinen befestigt. Die äußeren Anlagen wurden in Eigenleistung neu eingesät, es wurden Blumen gepflanzt, die Geländer am Zu- und Ablauf erhielten einen neuen Anstrich und die Bänke werden im Herbst ebenfalls noch restauriert. Um die Verschlammung des Weihers zukünftig zu verlangsamen wurde ein Vorfluterbecken angelegt, in dem sich zukünftig der Schlamm bereits vor dem Weiher ablagern soll. Dadurch wird ein regelmäßiges Ausbaggern deutlich erleichtert.

Die Gesamtkosten dieser "kleinen Lösung" betrugen rund 12.500 Euro. Allerdings muss die Gemeinde zusätzlich die im Vorfeld bereits angefallenen Planungskosten für die große Lösung jetzt komplett selbst tragen.

(Bild und Text, V. Gutendorf)

Luftaufnahme Weiher 2020

(Bild, R. Hebel)